
Wenn Strom zur Brandgefahr wird
Elektrische Energie ist ein unverzichtbarer Teil unseres Alltags. Elektrogeräte und kabellose Haushaltshelfer sind praktisch und ermöglichen uns ein komfortables Leben. Gleichzeitig stellen sie eine oftmals unterschätzte Brandgefahr dar. Doch wie groß ist das Risiko wirklich?
Gemeinsam mit der Brandverhütungsstelle Oberösterreich und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit KfV widmete sich der Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs VVO in einem Pressegespräch diesem aktuellen Thema.
Folgende Themen standen im Mittelpunkt:
- Wie gefährlich sind Akku und Co. wirklich?
- Worauf sollte man beim Betrieb von Elektrogeräten achten?
- Wie kann man Brandgefahr vermeiden?
Unterschätzte Gefahrenquellen
Elektrische Energie ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken, zugleich aber eine der unterschätzten Gefahrenquellen für Brände in Wohngebäuden.
- Rund 15 Prozent der Brände im Haushalt werden durch elektrische Energie verursacht. Hauptauslöser sind defekte Elektrogeräte, beschädigte Leitungen und unsachgemäßer Umgang. In den Wintermonaten trägt die Verwendung von Heizgeräten und elektrischem Licht zusätzlich zur Erhöhung des Brandrisikos bei.
- Mehr als 1.000 Brände in Österreich sind jedes Jahr auf elektrische Ursachen zurückzuführen. Dabei könnten viele Brände durch einfache Sicherheitsmaßnahmen verhindert werden.
Das stille Risiko
Elektrobrände können ohne wahrnehmbare Vorzeichen entstehen. Leitungen, Steckdosen oder Geräte funktionieren oft über lange Zeit einwandfrei. Doch durch Verschmutzung, Alterung, schlechte oder ausgeleierte Kontakte oder Überlastung kann es plötzlich zu Lichtbögen und Schwelbränden kommen. Oft werden solche Brände erst erkannt, wenn es schon zu spät ist und die Brandentwicklung bereits weit fortgeschritten ist. Denn sie entwickeln sich „still“ hinter Verkleidungen oder Möbeln und ein wirksames Eingreifen ist dann nur mehr eingeschränkt möglich.
Wie groß das Risiko ist, zeigen die Zahlen:
- Jeder 6. Brand ist ein Elektrobrand.
- 1.153 Haushaltsbrände waren im Jahr 2024 in Österreich auf elektrische Ursachen zurückzuführen
- 174 Millionen Euro – so hoch waren die Schäden aufgrund von Haushaltsbränden im Jahr 2024 in Österreich.
Prävention für mehr Sicherheit
Elektrische Energie ist also als Brandursache hoch relevant. In der öffentlichen Wahrnehmung wird das Risiko oft unterschätzt. Die Kombination aus fachgerechter Installation, regelmäßiger Wartung, verantwortungsvollem Umgang und einfacher Prävention trägt maßgeblich zur Brandvermeidung bei und damit zu mehr Sicherheit im privaten Wohnraum bei.
Bild: Experten gaben Auskunft: DI Dr. Günther Schwabegger, Pressesprecher BVS OÖ, Mag. Christian Schimanofsky, Direktor KFV, Mag. Christian Eltner, Generalsekretär VVO
Gut zu wissen
Das sind die größten Gefahrenquellen für einen Elektrobrand im Haushalt:
- Zu viel Last: Mehrfachsteckdosen/Verteiler, an denen zu viele leistungsstarke Geräte gleichzeitig betrieben werden
- Beschädigungen: Lithium-Ionen-Akkus, die beschädigt sind oder mit ungeeigneten Kabeln geladen werden
- Unachtsamkeit: Unsachgemäße Aufbewahrung oder unbeaufsichtigtes Laden von Akkus
So kann man Elektrobrände vermeiden:
- Elektrogeräte, Netzteile und Mehrfachsteckdosen nicht zudecken oder in engen, schlecht belüfteten Bereichen betreiben. Wärmestau erhöht die Brandgefahr deutlich!
- Verteilerstecker nicht aneinanderreihen. Das erhöht das Brandrisiko noch weiter.
- Mehrfachsteckdosen nicht überlasten. Waschmaschine, Haarföhn, Bügeleisen und Co. sollten nicht gleichzeitig über einen Verteilerstecker betrieben werden. Am besten direkt an der Wandsteckdose anstecken.
Tipps rund ums Laden und Aufbewahren von Akkus:
- Passende und möglichst hochwertige Ladegeräte und Kabel verwenden. Ideal: die Originalkabel bzw. -ladegerät.
- Auffällige oder beschädigte Akkus nicht weiterbenutzen.
- Niemals in den Restmüll: Kaputte Akkus oder Geräte mit eingebauten Akkus unbedingt fachgerecht entsorgen (z. B im Fachhandel oder in Altstoffsammelzentren).




